Ich hasse Menschen, die besser sind als ich

Ich bin wieder einmal in der Situation, die am meisten hasse. Ich bin neidig auf andere Menschen.

Ich schaue gern Videos auf Youtube. Ok, ich bin süchtig nach Youtube. Jeden Tag verbringe ich Stunden auf der Website, um mir das Leben und Ideen von Menschen anzusehen.

(Der Grund, warum ich die Zeit auf Youtube verbringe, ist leicht erklärt. Ich schau lieber Videos, als die Arbeit zu machen, die ich sollte. Dieser Blog macht genau das dasselbe. Es ist eine Illusion etwas Produktives gemacht zu machen. Egal…zurück zur Geschichte)

Ein besonderes Hassliebe-Verhältnis habe ich zu Videos in denen bekundet wird, dass das letzte Jahr das beste Jahr in ihrem Leben war. In diesen Videos werden die Highlights des Jahres gezeigt.

Sie zeigen welche Ziele sie erreicht haben – sie zeigen ihren Fortschritt UND DAS HASSE ICH.

Ich hasse die Personen nicht in den Videos. Ich hasse mich selbst. Ich habe keinen Fortschritt. Es gibt keine Innovation in meinem Leben, es ist ein Verwalten des Bestehenden und jeden Tag wird es etwas weniger.

Das wäre OK, wenn ich 95 wäre und das Ende in Sicht ist. Aber ich bin nicht 95. Ich bin auch nicht 70. Ich bin lächerliche 31 und habe keine Ahnung wie und was ich tun soll.

Fuck me.

When you lack of drive. It’s because you are not in tune with yourself.

– Gary Vaynerchuk

Gott, wie ich solche Zitate doch hasse. Ja, mother fucker, I KNOW!

 

Selbstverwirklichung

Ich schreibe diesen Post nun zum 3ten Mal und bin mir nicht sicher, ob diese Version tatsächlich veröffentlicht wird.

Dieser Post beschreibt ein wichtiges Thema für mich Selbsterfüllung. Gleich vorweg. Dieses Problem ist ein 1-Welt-Problem. Ich fürchte nicht um meine persönliche Sicherheit, ich habe ein Haus, ich habe jeden Tag (zu viel) zu essen, habe eine tolle/schöne Frau und einen gesunden Sohn.

Es geht mir gut.

Mein Business ist angelaufen und ich verdiene genug Geld, um mir die Dinge, die ich brauche, kaufen zu können. Klar, mehr geht immer.

Auf der Maslow-Pyramide bin ich auf der Spitze angekommen oder auch nicht ganz. Der letzte Step, die letzten 10% fehlen mir – die Selbstverwirklichung.

Du musst verstehen…allein die Tatsache, dass ich mir die Zeit nehme über das zu schreiben ist doch hirnverbrannt. „Der Typ hat doch eh alles und beschwert sich trotzdem…“ Genau diesen Gedanken habe ich jeden Tag und trotzdem…

Ist das was ich mache, das „Richtige“? Kann ich mich mit meiner Arbeit selbst verwirklichen?

Ich weiß es nicht. Alles was ich mache, ist digital. Jeden Cent meines Einkommens besteht in Wahrheit aus Nullen und Einsen. Nichts Echtes.

Ich frage mich, ob ich nicht etwas machen sollte, dass mehr ist. Etwas Nachhaltiges.

In einer vorherigen Version dieses Post habe ich angefangen zu schreiben, dass ich ein Fan bin von Casey Neistat. Google ihn und schau dir seine Videos an.

Ich bin begeistert von dem Typen. Er macht tolle Videos, was mich aber mehr begeistert ist seine Art. Kompromisslos, trotzdem offen und freundlich zu Menschen. Zumindest scheint es so.

Seit kurzen setzt er auf Vlogs. Diese „Kurzfilme“ sind geil anzusehen. Insbesondere deswegen, weil er in jedem Video Dinge sagt bzw. seine Gedanken durch seine Art und Weise vorlebt, die einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

In einem letzten Video hat er einen Film zitiert. Was ist Glück, wie findet man Selbstverwirklichung?

Glück findet man indem das eine findet, was man liebt und es dann sein restliches Leben macht.

..frei übersetzt.

Und klar ich frage mich: Ist Online das eine für mich? 

Soll ich auch Videos machen und meine Geschichten erzählen? Ich, der noch nie Filme gemacht hat. Lächerlich, oder doch nicht?

Bin ich nur zum Filmemachen hingezogen, weil ich es genieße solche Filmchen anzusehen? Bin ich nur beeindruckt von Casey, weil er offenbar das eine für sich gefunden hat?  Glaube ich, dass wenn ich das gleiche mache, dass auch ich meine Selbstverwirklichung finden werde?

Wie gesagt. 1-Welt-Probleme.

Kleiner Nebensatz. Ich glaube, dass sehr viele Menschen an diesem Problem zerbrechen in unserer Gesellschaft. Wir müssen uns in der Regel alle keine Sorgen machen vor einem kalten Winter oder leeren Mägen. Wir scheitern an der Frage wo ist mein Platz in der Gesellschaft. Was ist meine Aufgabe?

ODER wir hassen unser Leben, weil unsere Tätigkeiten keinen Wert für einen selbst haben. Man macht es nur für das Geld. Man arbeitet, damit man sich am Wochenende mit Alkohol usw. aus dem Leben schießen kann. Scheiße.

Selbstverwirklichung ist sicher ein 1-Welt-Problem. Allerdings ein Problem, dass wahrscheinlich Millionen ihr (qualitatives) Leben kostet.

Also zurück zur Frage, sollte ich etwas machen wie Casey? Sollte ich auch Videos machen und womöglich meine Selbstverwirklichung finden?

Keine Ahnung. Aber eines ist sicher. Solange ich es nicht zumindest versuche, werde ich es nie wissen. Ich werde immer nur überlegen. Vielleicht, womöglich, es könnte sein.

ENDE.

Post 1: Das eine Ereignis was mich zum Stillstand zwang

2015 ist das Jahr indem Marty McFly mit seinem Dolorian in die Zukunft reist, um seinen Enkel abzuhalten eine Straftat zu begehen. In einem Artikel einer Zeitung wurde verglichen, welche Erwartungen aus 1985 mit der Realität übereinstimmen.

Mich interessiert die interessante Frage hinter Zeitreisen.

Kann ein Ereignis den weiteren Verlauf eines ganzen Lebens beeinflussen?

Die Antwort scheint simpel. Ja.

Du hast ein Kind und es stirbt. Dein Leben wird dadurch bestimmt für dein restlichen Leben beeinflusst.

Du siehst eine Person in einem Lokal und dich trifft der Blitz. Anstatt hinüber zu gehen und die Person anzusprechen, drehst du dich um und gehst weg. Wer weiß, vielleicht hättest du mit dieser Person dein Leben bis zum Potential ausschöpfen können. Who knows.

Anstatt deine Geschäftsidee niederzuschreiben, entscheidest du dich lieber Better Call Saul auf Netflix zu schauen. An nächsten Morgen hast du sie vergessen.

Was ist wenn du nicht das Ereignis benennen kannst?

Was ist wenn diese Beeinflussung nicht durch ein einzelnes Erlebnis ausgelöst wird, sondern durch mehrere? Was ist wenn es ein Prozess ist?

Zu welchen Zeitpunkt in deinem Leben würdest du zurückkehren um diesen Prozess zu stoppen?

Zwei Sätze über meine Vergangenheit

Um diese letzte Frage für mich beantworten zu können, sollte ich in 2 Sätzen (oder etwas mehr) erzählen woher ich kam und wieso Dinge so sind, wie sie sind.

In meiner ganzen Jugend hatte ich stets den Gedanken, dass ich besser wäre als andere.

Ich wusste, ich war nicht der schnellste Läufer, aber ich war unter den Top 5. Ich wusste, ich war nicht der Schönste, aber für meine Freundinnen wurde ich doch beneidet – zumindest glaubte ich das.

Meine Selbsteinschätzung beruhte darauf, dass ich alles hatte. Ich war nicht der beste in einer Sache, aber verdammt gut in so vielen Dingen.

Das Leben bestätigte auch meine Ansicht. Die Dinge, die ich wirklich sollte, schaffte ich und die wenigen wichtigen Dinge, klappten auch irgendwie.

Irgendwann war das Studium vorbei und es war endlich die Zeit gekommen der Welt zu beweisen, dass ich es konnte.

Ab diesen Zeitpunkt ging es mit meiner Selbsteinschätzung bergab. Bisher konnte ich Dinge mit Hirnschmalz lösen.

Doch jene Menschen, mit denen ich in Konkurrenz trat waren alle klug. Die meisten waren wohl auch schlauer als ich.

Ich konnte nicht mehr Probleme durch eine bessere Methode lösen. Ich konnte keine Abkürzung mehr nehmen und die sich aufdrängende Lösung für meine Probleme wollte ich nicht wahrhaben.

Ich musste tatsächlich arbeiten.

Das war der große Unterschied zwischen den erfolgreichen anderen und mir. Arbeit. Diese Frauen und Männer trödelten nicht rum, sondern erledigten ihre Aufgaben und wenn das Resultat nicht stimmte, blieben sie dran, bis es passte.

Ich war schockiert, weil ich diesen Elan nicht in mir hatte. Ich hatte nicht diesen Willen. Wie gibt es das?

Das Resultat waren schlechte Arbeit, schlechte Performance und Stillstand. Geistig, spirituell und physisch.

Die Qualität meiner Beziehung zu meiner Freundin sank auf den absoluten Gefrierpunkt. Ich war schlecht gelaunt und hörte mit Sport auf.

Shit was about to hit the fan.

Ich wusste, ich musste etwas ändern und gleich vorweg. Ich habe keine Lösungen für dich, solltest du diesen Post lesen.

Das eine Ereignis was mich zum Stillstand zwang

Heute weiß ich, dass diese anderen einen Vorteil hatten, den ich nicht hatte und nach wie vor nicht habe. Bewegung.

In meinen Post Nr. 0 bin ich genauer darauf eingegangen, warum Bewegung der Schlüssel ist.

Die Frage ist, was ist das eine Ereignis, dass meinen Stillstand eingeläutet hat?

Gib es ihn?

Ich habe lange über darüber nachgedacht und bin zu einer klaren Antwort gekommen. Es ist egal.

Selbst wenn es ein solches Ereignis gab, ich kann es nicht mehr ändern. Außer du hast einen Dolorian vor der Tür stehen, der durch Raum und Zeit fahren kann. Hast du einen? Siehst, konzentrieren wir uns lieber auf andere Dinge.

Mein Gordischer Knoten

Mein größtes Problem heute ist, dass ich zu viel nachdenke über Dinge, die ich nicht mehr ändern kann. Es macht keinen Sinn über die Vergangenheit nachzudenken.

Was wäre wenn… Hätte ich nur… Warum habe ich nicht….

Diese Gedanken formen nur einen Gordischen Knoten, den man nicht mehr entwirren kann.

Der einzige Ausweg ist Bewegung.

Von hier weiter

Stoizismus ist ein wachsender Teil meines Bewusstsein geworden. Es gibt viele stoische Prinzipen. Eine wichtige Erkenntnis ist (frei zitiert).

Nichts in deinem Leben hat eine Bedeutung an sich. Die Bedeutung gibst du den Dingen.

Es mag sein, dass es in der Vergangenheit Erlebnisse gab, die mein Momentum stoppten. Es mag sein, dass ich Misserfolge hatte.

Es liegt aber ausschließlich an mir, ob ich es zulasse, dass diese Dinge mich beeinflussen, aufhalten oder gar stoppen.

Empfehlenswerte Bücher:

The Obstacle is the Way von Ryan Holiday  | zum Buch
Meditations von Marcus Aurelius | zum Buch
Letters from a Stoic von Seneca | zum Buch

Beitragsbild von Favi Santos

Post 0: Worum geht es hier.

Hi Welt.

Bevor wir hier starten, muss ich etwas loswerden.

Dieser Blog ist nicht für dich. Er ist ausschließlich für mich.

Es geht mir nicht darum, dich zu beleidigen. Dir muss nur klar sein, dass ich diesen und weitere Posts nicht schreibe, dass du sie liest.

Dieser Blog existiert aus einem – vielleicht aus zwei wichtige Gründe.

  1. Ich habe ein massives Motivationsproblem.
  2. Ich hasse es zu schreiben.

Warum also einen Blog starten?

Genau deswegen.

Tim Ferriss hat in einem Tweet etwas Schlaues geschrieben. Hier ist der Tweet.

You think you’re fatigued, therefore you can’t exercise. In fact, you choose not to move, therefore you feel fatigued.

Grob übersetzt bedeutet der Tweet: „Du denkst du bist müde, deswegen machst du keinen Sport. Tatsache aber ist, du hast dich entschieden nichts zu machen, deswegen fühlst du dich müde.“

Hier noch ein anderes wichtiges Zitat von Seanwes:

… You cannot steer a parked car.

Grob übersetzt: „Du kannst kein parkendes Auto lenken.“

Diese beiden Zitate schwirren seit einiger Zeit in meinem Kopf herum, denn sie sprechen von der selben Sache.

Bewegung

Ich bin fest überzeugt, dass Bewegung nur ein anderes Wort von Motivation ist. Im Gegenzug ist Frustration ein anderes Wort für Stillstand.

Irgendwann habe ich aufgehört in Bewegung zu bleiben. Aktiv zu sein. Einen Schritt nach dem anderen zu setzen. Die Folge ist Stillstand und jeder Tag der ohne Bewegung verstreicht, bedeutet nur eine weitere Reihe Steine auf der Mauer aus Frustration, die sich vor mir auftürmt.

Dieser Blog ist mein Weg wieder in Bewegung zu kommen. Wieder  aktiv zu sein. Wieder einen Schritt nach vorne zu machen.

Wenn Bewegung Motivation ist und ich es schaffe langsam aber doch aktiv zu sein, dann sollte die Motivation wiederkehren.

Sogar Newton hat diese Wahrheit in der Physik festgehalten (frei zitiert).

Es bedarf wenig Kraft einen Körper in seinem Zustand zu halten. Wenn er ruht, dann braucht es wenig Kraft ihn in Ruhe zu halten. Wenn er sich bewegt, dann braucht es ebenso wenig Kraft ihn in Bewegung zu halten.

Die meiste Kraft ist allerdings notwendig von einem Zustand in dem nächsten zu kommen. Einen bewegten Körper zu bremsen, bedarf viel Kraft und einen ruhenden Körper in Bewegung zu setzen bedarf ebenso viel Kraft.

So soll dieser Post Nr. 0. die größte Kraftanstrengung sein, um mich in Bewegung zu setzen.

Das Beitragsbild ist von vassilis galopoulos.