Wie lange dauert mein Leben noch?

This has been the best year of my life!

Kennst du den Satz? Ich nicht.

Ich bin gerade in einem Strudel, der mir immer mehr Energie kostet und gestern kam mir dieser arge Gedanke: „Wie lange dauert mein Leben eigentlich noch?“

Das hat mich ordentlich erschreckt. Ein Teil von mir sieht mein Leben als eine Belastung an und in Anbetracht der Tatsache, dass ich wohl noch um die 60 Jahre leben werde.. Naja bumm.

Ich hätte mir nie gedacht, dass ich je einen solchen Gedanken haben würde und gleich vorweg ,ich würde Suizid nie als eine Option ansehen. Ich kann aber nicht darüber hinwegsehen, dass dieser Gedanke da war und auch seinen Grund hat.

Ich bin unglücklich mit meiner Situation und mit mir.

Ich muss was ändern.

Panik!

Ich bin in Panik.

Ich bin ein klinischer Hinausschieber. Ein „Mach-ich-Später“. Ein „Das-hat-Zeit-für-nachher“.

Das Problem ist, dass ich mir damit Zeit erkaufe. Sehr teuer auch noch. Diese vergebliche Ruhe ist tatsächlich nur die Ruhe vor dem Sturm und der ist jetzt da.

Alle 10 Minuten trudeln die E-Mails ein. „Wann ist es fertig?“ „Wie lange muss ich noch warten?“ „Warum wird alles nur so halb gemacht?“ 

Ich fühl mich hilflos. Die Panik steigt in mir auf. Die Atmung wird flach und kurz.

Der Druck zwischen meinen Schläfen steigt und alles schreit „SOS!“

Meine Hand findet das Handy, Headspace ist offen. 3-Minuten-SOS-Meditation.

Einatmen.

Ausatmen.

Besser…

Als ich meine Augen wieder öffne, habe ich nur einen Gedanken. „Just Work motherfucker…“ Bis zum nächsten Mal.

Ich stehe mir selbst im Weg

Mein Kopf ist dumpf, meine Augen sind müde. Das obwohl ich 7 Stunden geschlafen habe, schon eine große Tasse Kaffee getrunken habe und die Sonne scheint.

Der Weg ins Büro war schnell und niemand hat mir am Wochenende dumme Emails geschrieben und trotzdem – ich bin leer.

Gestern war ich eingeladen bei einem Freund zum Abendessen. Eine reine Burschen-Runde. Steaks, Wein und interessantes Geplauder.

Der Eine fliegt nach Japan zum Skifahren, der andere hat einen neuen, tollen Job, der ihn erfüllt, ein Weiterer ist ein erfolgreicher Winzer in der Region und ich.

Ich freue mich für jeden einzelnen. Ehrlich.

Wie ich heute durch die leeren Straßen ins Büro fahre (heute ist Montag und Feiertag, das heißt normale Menschen arbeiten nicht), denke ich über mich und über meine Freunde nach.

Wir sind alle gleich alt. Um die dreizig, gesund, weiß, gut ausgebildet. Alle haben die gleichen Vorraussetzungen und trotzdem sind wir nicht gleich.

Ich passe nicht mehr dazu. Ich habe an Boden verloren, ich hinke nach.

Warum ist das so?

Ich habe aufgehört zu arbeiten. Ich stehe mir selbst im Weg. Es ist als stünde ich auf der Straße im Regen und gehe an einer Reihe an Geschäften vorbei. In jedem Geschäft gibt es eine schöne Auslage.

In der Auslage wird ein mögliches Leben gezeigt. Es ist nicht abstrakt, sondern sehr scharf mit vielen Details und wenn ich nähertrete und meinen Kopf an die Scheibe drücke um noch mehr zu sehen, erkenne ich, dass es keine Glasschscheibe gibt.

Nichts trennt mich von dem was vor mir liegt. Kein Hindernis, keine Scheibe, keine Hürde. Nichts.

Was hält mich ab nur diesen kleinen Schritt zu machen? Faulheit und abhanden gekommenes Selbstvertrauen.

Ich war immer der, der das Minimum gemacht hat, um das Maximum rauszuholen. Nie mehr, eher weniger.

Gleichzeitig war ich unglaublich von mir überzeugt. Ich bin so toll und so schön und tralala. Mit Beginn meiner Selbstständigkeit ist dieses Selbstbild komplett vernichtet worden.

Ich musste feststellen, dass meine Arbeitseinstellung zu wenig ist und dass ich nicht perfekt bin.

Und anstatt mich zu verbessern, blocke ich mich intern ab. Ich sehe was ich eigentlich tun sollte, schaffe es aber nicht einfach diesen ersten Schritt zu tun.

Ich sollte einfach diesen ersten Schritt machen. Dann den nächsten, dann den nächsten.

Theorie und die Realität…

 

 

 

Ich hasse Menschen, die besser sind als ich

Ich bin wieder einmal in der Situation, die am meisten hasse. Ich bin neidig auf andere Menschen.

Ich schaue gern Videos auf Youtube. Ok, ich bin süchtig nach Youtube. Jeden Tag verbringe ich Stunden auf der Website, um mir das Leben und Ideen von Menschen anzusehen.

(Der Grund, warum ich die Zeit auf Youtube verbringe, ist leicht erklärt. Ich schau lieber Videos, als die Arbeit zu machen, die ich sollte. Dieser Blog macht genau das dasselbe. Es ist eine Illusion etwas Produktives gemacht zu machen. Egal…zurück zur Geschichte)

Ein besonderes Hassliebe-Verhältnis habe ich zu Videos in denen bekundet wird, dass das letzte Jahr das beste Jahr in ihrem Leben war. In diesen Videos werden die Highlights des Jahres gezeigt.

Sie zeigen welche Ziele sie erreicht haben – sie zeigen ihren Fortschritt UND DAS HASSE ICH.

Ich hasse die Personen nicht in den Videos. Ich hasse mich selbst. Ich habe keinen Fortschritt. Es gibt keine Innovation in meinem Leben, es ist ein Verwalten des Bestehenden und jeden Tag wird es etwas weniger.

Das wäre OK, wenn ich 95 wäre und das Ende in Sicht ist. Aber ich bin nicht 95. Ich bin auch nicht 70. Ich bin lächerliche 31 und habe keine Ahnung wie und was ich tun soll.

Fuck me.

When you lack of drive. It’s because you are not in tune with yourself.

– Gary Vaynerchuk

Gott, wie ich solche Zitate doch hasse. Ja, mother fucker, I KNOW!

 

Dinge tun der Sachen wegen und nicht wegen des Geldes

2014 war ein Seuchenjahr. Alles ging schief. 2015 sollte anders werden. Ich habe die Fehler aus den letzten 365 Tagen gelernt und Änderungen vorgenommen.

Es hat auch gewirkt und es kommt deutlich mehr Geld durch die Tür als früher. Cool.

Doch gleichzeitig merke ich, wie alles an mir zerrt. Sobald das Thema Geld am Horizont auftaucht, falle ich sofort wieder in eine leichte Depression. So wie dieses Wochenende.

Meine Firma kam Ende April finanziell Richtung Null-Punkt. Etwas was ich nie wieder erleben wollte. Doch zum Unterschied zu letztem Jahr – jetzt ist es 100% nur temporär. Tatsache ist, ich weiß, dass ich in den nächsten 40 Tagen mehr Geld haben werde, als in den letzten 1 1/2 Jahren….

Alles dreht sich nur ums Geld.

Durch diesen Blog bin ich gezwungen immer wieder halt zu machen, ein paar Schritte zurück zu gehen, um einen Gesamteindruck zu bekommen.

Un mein Eindruck ist nicht gut. Alles, absolut alles dreht sich im Moment ums Geld und wenn sich alles nur ums Geld dreht, ist es nicht lustig. Man wird zu rational und tut nur noch Dinge, die Geld bringen.

Und wenn ich nur Dinge tue, die einen „Sinn“ haben, brenne ich aus. Das Leben kann nicht nur aus Arbeit bestehen.

Nachsatz: Ich habe nichts gegen Geld. Nur Geld hat keinen Wert für mich. Es ist ein Mittel zum Zweck. In allen Biografien, die ich gelesen habe, egal über welchen Menschen. Niemand hat/hatte Geld, schlicht um es anzuhäufen. Jeder sah es als ein Mittel, ein Werkzeug, um seine Ziele zu erreichen. Geld ist nur ein Konzept, auf das wir uns alle geeinigt haben. Ok, zurück zum Post…

In meinem letzten Post über Selbstverwirklichung sinnierte ich über die Dinge zu finden, die einen mehr geben, als nur Geld. Selbstverwirklichung zu finden ist hart – glaube ich zumindest.

Von einer Tätigkeit so leben zu können, wie man es auch möchte, ist hart. Die wenigsten schaffen es. Das bedeutet aber nicht, dass man diesen Traum gehen lassen muss.

Wir können die Vorteile von selbstverwirklichender (ist das ein Wort?!) Tätigkeit erleben und genießen, ohne es mit Geld zu versauen.

Und der einfachste Weg ist, Dinge zu tun, der Sache wegen und nicht wegen des Geldes.

Was meine ich damit? Jeder von uns braucht etwas, das er tut, ohne Hinblick auf Geld. Ein Hobby, eine Passion, eine Idee.

Wichtig ist, dass diese Tätigkeit etwas Schaffendes ist – also nicht nur konsumieren. Netflix ist kein Hobby. Computerspielen halte ich auch nicht für etwas Schaffendes. Wenn man das Spielen, als Youtube-Channel aufbaut bzw. über Twitch vielleicht schon.

Egal was, du selbst sollst ein Ergebnis sehen. Malen, schreiben, sticken, Musik, usw. egal was. UND es ist wichtig, dass du es tust, nicht obwohl sondern genau weil du kein Geld damit verdienst.

Sport zu betreiben, weil man fit sein will, ist auch keine geeignete „Sache“. Die Tätigkeit an sich muss für dich sinnstiftend sein.

Sinnlose Aktivitäten, geben Energie für sinnvolle Aktivitäten

Das Leben sollte sich nicht nur ums Geld verdienen drehen, aber wenn du nichts in deinem Leben hast, als Geld zu verdienen, dann wirst du nichts von deinem Leben haben.

Ich schreibe diese Zeilen weniger um dich zu belehren, sondern um mich selbst zu erinnern. Mein Leben darf sich nicht nur ums Geld drehen, weil sobald Geld „knapp“ wird, bricht mein ganzen Leben zusammen und DAS darf nicht sein.

Ich brauche (wieder) etwas, dass mir Energie gibt, auch dann weiterzumachen, wenn ich nicht mehr will. Etwas auf das ich mich freuen kann, wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme.

 

 

 

Post 3: Fülle deinen Geist mit guten Gedanken – mein Weg zielgerichtet zu lesen

2 Million Blogposts wurden in 2012 jeden Tag veröffentlicht. Heute im Jahr 2015 werden es wohl schon eher an die 2,5 Millionen oder mehr sein. Das pro Sekunde werden knapp 29 Posts veröffentlicht. Irre.

Jeden Tag wird mehr Content erstellt, als du je lesen könnte. Selbst wenn du dich auf wenige Themen beschränkst, ist es unmöglich. Du endest trotzdem mit 100 Artikeln pro Tag.

Nur der Versuch Inhalt aus 100 Artikeln zu konsumieren bedarf mehr Zeit pro Tag, als du produktiv arbeiten könntest.

Wenn du aber an ungerichteter Neugier leidest, dann geht es nicht nur um den Konsum. Es ist wie ein Spiel neuen Inhalt zu finden. Es ist ein Jagd.

Die Beute der Jagd ist kein Tierkopf an der Wand oder eine andere sichtbare Trophäe. Es ist Wissen oder die Illusion davon.

In meinem Fall bezog sich die Jagd auf alles rund um Business und Online Marketing. Deswegen habe ich mir ein fein funktionierende Contentsuchstrategie ausgedacht. Das Ziel war neue Taktiken, Strategien für meine Unternehmen zu finden.

Meine Strategie war gut. Jeden Tag konnte ich aus der Gesamtheit ausgezeichnete Artikel ausfiltern. Der Konsum dieses Wissens war weniger strukturiert.

Meistens überflog ich den Inhalt. Notizen machte ich mir nie. Meine Überlegung dahinter war die, je öfters gute Ideen sich wiederholen würden, desto eher würde ich sie mir merken und aktiv werden.

Die Realtität sah anders aus.

Jeden Tag las ich aktionsbasierte Schritte über Wege bestimmte Ziele zu erreichen. Ich häufte umfassendes Wissen an über jeden Bereich. Kategorisierte diverse Strategien in meinem Kopf nach Anlassfall.

Doch einen entscheidenden Punkt hatte ich ausgelassen. Sie in die Tat umzusetzen.

Gut gemacht ist immer besser als ausgezeichnet gedacht.

Für mich ist eines klar geworden. Ideen und angehäuftes Wissen sind nichts wert, wenn sie nicht ein- und umgesetzt werden.

Beides, Ideen und Wissen, sind heute sehr einfach zu generieren. Du brauchst nur eine Internetverbindung und ein Smartphone. Die ganze Welt liegt dir offen. Das gesamte Wissen der Menschheit liegt dir zu Füßen.

Lies etwas, denke nur oberflächlich darüber nach und auch Ideen werden aus dir fließen.

Es gibt heute zu viel Wissen. Zu viele Optionen und zu viel Auswahl. Gerd Gigerenzer hat dies auch in Studien festgestellt. Zu viele Informationen stören bei der Entscheidungsfindung.

Wir können die vielen Informationen nicht mehr zufriedenstellend interpretieren um eine Entscheidung zu finden. Das Resultat, keine Entscheidung und keine Aktion.

Lesen ist die Erfolgsdroge

Was ist der Umkehrschluss? Ist es besser nichts zu lesen, um mehr Aktion ins Leben zu bekommen? Ich bin davon überzeugt.

Kinder wissen nichts und sind ständig in Bewegung. Alte Menschen wissen „alles“ und machen nichts.

Ist die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Unbelesenen höher, als von einem Belesenen? Bestimmt nicht.

Ich bin mir über diesen Widerspruch bewusst. Aber nur wenn du die Welt in Schwarz und Weiß unterteilen möchtest. Ja oder Nein. Lesen oder nicht lesen.

In meinen Augen liegt die Wahrheit in der Mitte oder in anderen Worten in der Dosis.

Lesen ist eine Erfolgsdroge. Jeder Mensch, der seinen Namen in die Geschichtsbücher meißelte, hat gelesen. Denn Lesen bringt den eigenen Geist auf neue Bahnen.

Lesen konfrontiert dich mit neuen Ideen. Ideen, die du selbst nie gehabt hättest. Dieses Auseinandersetzen ist essentiell geistig zu wachsen.

Übertreibt man es, liest du zu viel, vernebeln diese Ideen deinen eigenen Geist. Du verlierst die Richtung und drehst dich im Kreis. Stillstand.

Die Dosis ist wichtig, entscheidend ist die Auswahl.

Wissen unterscheidet sich in sofort anwendbar und fundamental

Mein bisheriger Fehler war die Auswahl der Ideen. Ich war ständig auf der Suche nach sofort anwendbaren Ideen und setzte sie nicht um.

Mein Unterbewusstsein hat diese dumme Vorgehensweise bald umgedeutet. Der Zweck meiner Suche war nicht der Fund, sondern die Suche selbst. Ich konnte so länger die Lüge aufrecht erhalten, dass ich etwas sinnvolles machte.

Suche nur dann nach „sofort anwendbarem Wissen“, wenn du es auch wirklich sofort brauchst.

Ein Beispiel dafür ist die Suche nach der technischen Lösung mehrere Gmail-Kalender mit einem iPhone zu synchronisieren. Du suchst in Google danach, findest einen Weg und setzt ihn um. Fertig.

Es macht keinen Sinn weiter nach weiteren Lösungen zu suchen. Dieses Wissen wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht angewendet. Es befriedigt lediglich deine Neugier.

Am anderen Spektrum des Wissen liegt das nicht sofort anwendbare Wissen. Ich meine damit, keine Taktiken oder Strategien. Viel mehr Prinzipien fürs Leben.

Dieses Wissen zwingt dich deine jetzigen Ansichten mit neuen Ansichten zu vergleichen. Nur so kannst du Fundament deiner Persönlichkeit stärken und ein besserer Mensch werden.

Mein Rat an mich

Angehäuftes Wissen nicht einzusetzen zwingt dein Unterbewusstsein sinnloses Suchen danach einem Wert zu geben. Viel mehr vernebelt unnützes Wissen deinen Geist und macht ihn unflexibel mit neue Dinge umzugehen.

Der Konsum von sofort anwendbarem Wissen sollte auf ein absolutes Minimum beschränkt werden. Die Ausnahme der Regel ist es, wenn du nach Lösungen suchst, die anschließend sofort umgesetzt werden.

Nichts zu lesen ist keine Alternative.

Als Mensch kannst du geistig nur dann wachsen, wenn du dich mit anderen Ideen auseinandersetzt, die deine fundamentalen Ansichten zum Leben herausfordern.

In jedem anderen Fall ist der Konsum von Wissen nicht hilfreich, sondern störend. Denn es versperrt dir den Weg zur Aktion. Dem Schlüssel zu Erfolg und geistiger Ruhe.

Bücher, die ich lese oder gelesen habe

The Obstacle is the Way von Ryan Holiday  – Ein großartiges Buch. Es fasst Prinzipien von Seneca, Marcus Aurelius und andern meisterhaft zusammen. Ich bin überzeugt, dass Stoizismus die gesündeste Art von Leben ist. Dieses Buch schafft es deine Ansicht zu Problemen und zum Leben massiv zu ändern.

Handbuch des glücklichen Lebens von Seneca – Wenn dir Ryan Holiday gefallen hat, dann bist du bereit Seneca zur Gänze zu lesen. Es ist unglaublich wie aktuell Briefe von über 2000 Jahre sich auf meine Probleme und Herausforderungen im Leben beziehen.

How to win friends and influence People von Dale Carnegie – Auch dieses Buch ist schon älter und trotzdem aktuell wie nie. Der Titel des Buchs löst Skepsis aus. Es geht nicht darum Menschen zu manipulieren, dass sie etwas tun, dass ihnen schadet. Dieses Buch öffnet dir die Augen und zeigt mit dem Finger auf die Dinge, die im Leben wichtig sind.

Das Beitragsbild ist von poppet with a camera