Wie lange dauert mein Leben noch?

This has been the best year of my life!

Kennst du den Satz? Ich nicht.

Ich bin gerade in einem Strudel, der mir immer mehr Energie kostet und gestern kam mir dieser arge Gedanke: „Wie lange dauert mein Leben eigentlich noch?“

Das hat mich ordentlich erschreckt. Ein Teil von mir sieht mein Leben als eine Belastung an und in Anbetracht der Tatsache, dass ich wohl noch um die 60 Jahre leben werde.. Naja bumm.

Ich hätte mir nie gedacht, dass ich je einen solchen Gedanken haben würde und gleich vorweg ,ich würde Suizid nie als eine Option ansehen. Ich kann aber nicht darüber hinwegsehen, dass dieser Gedanke da war und auch seinen Grund hat.

Ich bin unglücklich mit meiner Situation und mit mir.

Ich muss was ändern.

Panik!

Ich bin in Panik.

Ich bin ein klinischer Hinausschieber. Ein „Mach-ich-Später“. Ein „Das-hat-Zeit-für-nachher“.

Das Problem ist, dass ich mir damit Zeit erkaufe. Sehr teuer auch noch. Diese vergebliche Ruhe ist tatsächlich nur die Ruhe vor dem Sturm und der ist jetzt da.

Alle 10 Minuten trudeln die E-Mails ein. „Wann ist es fertig?“ „Wie lange muss ich noch warten?“ „Warum wird alles nur so halb gemacht?“ 

Ich fühl mich hilflos. Die Panik steigt in mir auf. Die Atmung wird flach und kurz.

Der Druck zwischen meinen Schläfen steigt und alles schreit „SOS!“

Meine Hand findet das Handy, Headspace ist offen. 3-Minuten-SOS-Meditation.

Einatmen.

Ausatmen.

Besser…

Als ich meine Augen wieder öffne, habe ich nur einen Gedanken. „Just Work motherfucker…“ Bis zum nächsten Mal.

Ich stehe mir selbst im Weg

Mein Kopf ist dumpf, meine Augen sind müde. Das obwohl ich 7 Stunden geschlafen habe, schon eine große Tasse Kaffee getrunken habe und die Sonne scheint.

Der Weg ins Büro war schnell und niemand hat mir am Wochenende dumme Emails geschrieben und trotzdem – ich bin leer.

Gestern war ich eingeladen bei einem Freund zum Abendessen. Eine reine Burschen-Runde. Steaks, Wein und interessantes Geplauder.

Der Eine fliegt nach Japan zum Skifahren, der andere hat einen neuen, tollen Job, der ihn erfüllt, ein Weiterer ist ein erfolgreicher Winzer in der Region und ich.

Ich freue mich für jeden einzelnen. Ehrlich.

Wie ich heute durch die leeren Straßen ins Büro fahre (heute ist Montag und Feiertag, das heißt normale Menschen arbeiten nicht), denke ich über mich und über meine Freunde nach.

Wir sind alle gleich alt. Um die dreizig, gesund, weiß, gut ausgebildet. Alle haben die gleichen Vorraussetzungen und trotzdem sind wir nicht gleich.

Ich passe nicht mehr dazu. Ich habe an Boden verloren, ich hinke nach.

Warum ist das so?

Ich habe aufgehört zu arbeiten. Ich stehe mir selbst im Weg. Es ist als stünde ich auf der Straße im Regen und gehe an einer Reihe an Geschäften vorbei. In jedem Geschäft gibt es eine schöne Auslage.

In der Auslage wird ein mögliches Leben gezeigt. Es ist nicht abstrakt, sondern sehr scharf mit vielen Details und wenn ich nähertrete und meinen Kopf an die Scheibe drücke um noch mehr zu sehen, erkenne ich, dass es keine Glasschscheibe gibt.

Nichts trennt mich von dem was vor mir liegt. Kein Hindernis, keine Scheibe, keine Hürde. Nichts.

Was hält mich ab nur diesen kleinen Schritt zu machen? Faulheit und abhanden gekommenes Selbstvertrauen.

Ich war immer der, der das Minimum gemacht hat, um das Maximum rauszuholen. Nie mehr, eher weniger.

Gleichzeitig war ich unglaublich von mir überzeugt. Ich bin so toll und so schön und tralala. Mit Beginn meiner Selbstständigkeit ist dieses Selbstbild komplett vernichtet worden.

Ich musste feststellen, dass meine Arbeitseinstellung zu wenig ist und dass ich nicht perfekt bin.

Und anstatt mich zu verbessern, blocke ich mich intern ab. Ich sehe was ich eigentlich tun sollte, schaffe es aber nicht einfach diesen ersten Schritt zu tun.

Ich sollte einfach diesen ersten Schritt machen. Dann den nächsten, dann den nächsten.

Theorie und die Realität…

 

 

 

Ich hasse Menschen, die besser sind als ich

Ich bin wieder einmal in der Situation, die am meisten hasse. Ich bin neidig auf andere Menschen.

Ich schaue gern Videos auf Youtube. Ok, ich bin süchtig nach Youtube. Jeden Tag verbringe ich Stunden auf der Website, um mir das Leben und Ideen von Menschen anzusehen.

(Der Grund, warum ich die Zeit auf Youtube verbringe, ist leicht erklärt. Ich schau lieber Videos, als die Arbeit zu machen, die ich sollte. Dieser Blog macht genau das dasselbe. Es ist eine Illusion etwas Produktives gemacht zu machen. Egal…zurück zur Geschichte)

Ein besonderes Hassliebe-Verhältnis habe ich zu Videos in denen bekundet wird, dass das letzte Jahr das beste Jahr in ihrem Leben war. In diesen Videos werden die Highlights des Jahres gezeigt.

Sie zeigen welche Ziele sie erreicht haben – sie zeigen ihren Fortschritt UND DAS HASSE ICH.

Ich hasse die Personen nicht in den Videos. Ich hasse mich selbst. Ich habe keinen Fortschritt. Es gibt keine Innovation in meinem Leben, es ist ein Verwalten des Bestehenden und jeden Tag wird es etwas weniger.

Das wäre OK, wenn ich 95 wäre und das Ende in Sicht ist. Aber ich bin nicht 95. Ich bin auch nicht 70. Ich bin lächerliche 31 und habe keine Ahnung wie und was ich tun soll.

Fuck me.

When you lack of drive. It’s because you are not in tune with yourself.

– Gary Vaynerchuk

Gott, wie ich solche Zitate doch hasse. Ja, mother fucker, I KNOW!

 

Der Grund warum Menschen bei der Wien Wahl 2015 lieber FPÖ wählen als NEOS

Die Wien-Wahl steht kommenden Sonntag am 11. Oktober an. 1.327.282 könnten theoretisch ihre Stimme abgeben. Wahrscheinlich werden es eher 792.000 also nur 60 %.

Die Wien-Wahl 2015 als Richtungszeiger für die Zukunft

Egal wie die Wahl im Detail ausgehen wird. Die FPÖ wird auf jeden Fall ein Rekordergebnis einfahren.

Die NEOS werden deutlich unter 10% bleiben.

Die Roten werden etwas verlieren.

Die Grünen gleich bleiben und die Schwarzen verlieren.

Die FPÖ hat offenbar die Chance tatsächlich zu gewinnen. Sollte dies passieren, dann wäre dies das Ende von Häupl und der Beginn von Bürgermeister HC Strache.

Gleichzeitig wäre es wohl auch das Ende von Faymann. Der Grund dafür ist, dass er wehemend gegen eine Kooperation mit der FPÖ ist. Die nächste Nationalratswahl kommt bestimmt und aus heutiger Sicht wird die SPÖ schwächer als stäker in die nächste Wahl gehen.

Die SPÖ wird aber sicherlich nicht riskieren erneut aus der Regierung zu fliegen und gibt deshalb lieber Parteiobmann und das Mantra der Ausgrenzung der FPÖ auf.

Die Frage ist, ob sich die ÖVP die Entwicklung in Ruhe ansehen wird, oder ob Sie „all-in“ gehen und die gesamte große Koallition aufkündigen und ebenso ihr Glück mit einem möglichen neuen großen Koallitionspartner namens FPÖ sucht.

Soweit so gut. Nichts Neues.

Was ist mit den NEOS?

Sie werden sicher in den Gemeinderat einziehen. Ob Sie die 10% Hürde nehmen können, ist sehr fraglich und das ist schade. Beate Meinl-Reisinger scheint fähig und mit unter 10% der Stimmen, wird sie in Wahrheit nicht viel ausrichten können.

Die letzten Wahlergebnisse in Österreich

Alle letzten Wahlen haben das gleiche Ergebnis gebracht. Die bestehenden Großparteien verlieren und FPÖ gewinnt. Ebenso mit demselben Ergebnis. Die angeschlagene Großpartei lässt sich mit dem bisherigen „Teufel“ ein, um an der Macht zu bleiben.

In Oberösterreich ist es noch nicht entschieden, aber Burgenland konnte nicht mehr anders und in der Steiermark wurde es in letzter Sekunde verhindert.

Die FPÖ wird immer seltener und nur noch mit immer größerer Anstrengung verhindert.

Was ist mit NEOS? Sie haben es nirgens in der Landtag geschafft. Ein Drama.

Stimmige Konzepte, wenig Resonanz

Die NEOS sind in Österreich etwas besonders. Nicht weil Sie „neu“ sind oder das „erfolgreichste Politik-Start Up“ seit 1945. Nein. NEOS sind besonders, weil ihr Parteiprogramm aus einem Ideal abgeleitet ist.

Da sind Menschen zusammengesessen und haben sich überlegt wie „es“ ausschauen soll, ohne Rücksicht darauf zu nehmen wie es heute ist.

Und das ist bemerkenswert.

Bei der Bestimmung des Ideals geht es ausschließlich darum ein Problem zu lösen. Das Problem soll nicht eingegrenzt werden, beschönigt, verschoben, sondern gelöst werden.

NEOS fürchtet sich auch nicht Systeme, die seit jeher bestehen, aufzugreifen, anzupassen oder einfach fallen zu lassen, wenn es dem Erreichen des Ideals dienlich ist.

Und das ist beachtlich. Beachtlich deshalb, weil sich das keine andere Partei in Österreich traut.

Allein diese Tatsache macht NEOS für mich interessant. NEOS scheint die einzige Partei zu sein, die bereit ist kurzfristigen Schaden in Kauf zu nehmen, um langfristig dem Ideal näher zu kommen. Schritt für Schritt, Gesetz für Gesetz.

Und das lässt mich glauben, dass sie einen Plan haben. Keinen Plan die nächste Wahl zu gewinnen, sondern ein Plan für Österreich.

Norwegen ist enorm reich aufgrund der Erdölvorkommnisse. Was machen die Skandinavier mit all dem Geld? Sie investieren es in „grüne Technologien“, subventionieren massiv e-Autos.

Sie könnten es genauso gut in Steuersenkungen investieren, in größere Firmenautos für die Politiker oder andere unnötige Maßnahmen. Nein, sie haben beschlossen nicht ins Jetzt zu investieren, sondern ins Morgen. Offenbar haben diese Damen und Herren einen Plan.

Welchen Plan hat unsere Regierung?

Ich fürchte sie haben keinen. Deshalb werden auch keine echten Reformen durchgeführt. Wie soll man auch etwas verändern, wenn man nicht weiß wofür?

Genau deshalb wundert es mich, dass NEOS nicht schon deutlich stärker ist, als sie heute sind.

NEOS bieten logische Lösungen für strukturelle Probleme an. Warum kommt es in Österreich so schlecht bis gar nicht an?

Zynimus gegenüber Veränderung

In einem Puls4-Interview wurde die Spitzenkanditatin der NEOS gefragt was sie in Wien verändern würde.

Ihre Antwort war das Problem in Wien ist die Korruption und der Filz. Einer ihrer ersten Schritte wäre es den Gemeinderat zu verkleinern und Parteiunterstützung zu kürzen.

Der Moderator meinte darauf hin zynisch. Aber wie soll das gehen. Die Politiker werden sich doch selbst nicht schaden und sich selbst das Geld kürzen. Wie soll das gehen?

Beate Meinl-Reisinger meinte darauf hin kurz: „Natürlich geht das. Man ändert ein Gesetz.“

Diese Annektode macht das Problem in Österreich sehr deutlich. Der Moderator war nicht absichtlich kritisch gegenüber der Dame von NEOS, sondern er hat aus seiner Erfahrung mit Politik und dem Wissen „wie es in Österreich rennt“ diese ehrliche Frage gestellt.

Diese Geschichte zeigt auch warum SPÖ und ÖVP verlieren und FPÖ gewinnt.

Fehlende Glaube an Veränderung

Die Österreicher glauben nicht mehr an Veränderung. Seit Jahren predigt der Rechnungshof einen wachsenden Katalog an notwendigen Änderungen im System Österreich ein.

Trotzdem – es passiert nichts.

Der Rechnungshof ist kein Haufen Rechnungswesen-Studenten, sondern eine staatliche Einrichtung, deren einzige Aufgabe es ist, die Machenschaften der Behörden und des Staates zu kontrollieren, damit kein Unfug passiert.

Jetzt wird ständig Unfug gefunden und die Regierung und Landtage ändern trotdem nichts.

Was muss sich jeder Österreicher denken? Veränderung ist nicht möglich.

Und darum wählen immer mehr FPÖ. Nicht weil sie zwingend einverstanden sind mit dem Programm der FPÖ, sondern gegen den Stillstand. Oder in anderen Worten:

Die Stärke der FPÖ ist die Schwäche der Regierung.

Das ist auch der Grund, warum die Flüchtlingsproblematik noch mehr Menschen in Richtung FPÖ getrieben hat.

Niemand will Flüchtlinge die Türe vor der Nase zuschlagen. Niemand will, dass Menschen auf der Straße schlafen müssen. Niemand will, dass diese Menschen leiden müssen.

Die Planlosigkeit unserer Regierung lässt die Menschen aber einfach glauben, dass man nicht mit diesen Problemen zu recht kommen kann und deshalb sollten wir sie lieber rausschmeißen. Die FPÖ fordert genau das, also wählen wir FPÖ.

Was muss passieren

Die ÖVP und SPÖ aus heutiger Sicht sind nicht mehr im der Lage ein Ideal für Österreich zu entwickeln.

Das liegt daran, dass diese Vision durch zu viel Einflussnahme von den einzelnen Organisationen so weit verschandelt wird, dass das überbleibende „Idealchen“ nicht mehr Österreich dient.

Die überbleibende Vision dient erst recht wieder nur seinen Organisationen.

Die FPÖ wird nichts ändern können, weil das nicht das Konzept dieser Partei ist. Die Aufgabe der FPÖ ist es zu kritisieren, Protestwähler zu sammeln und so ständig Druck auf die Machthabende-Kraft auszuüben.

Und diese Aufgabe ist wichtig, weil so die Regierung gezwungen bleiben sollte aktiv zu bleiben.

Die Grünen haben einen Drang nach Regulierung. Alles muss genau festgeschrieben sein und das ist gefährlich, wenn man etwas Neues anfängt.

Ein neues System muss aber simple sein und trotzdem funktionieren.

Mit Anpassungen, Aussnahmen, Sonderregelungen kann man kein neues System auf die Füße stellen. Eine Totgeburt am ersten Tag.

Bleiben die NEOS. Sie haben das Potential Änderung anzustoßen. Ihr Problem ist aber nicht das fehlen eines Plans für Österreich.

Ihr Problem ist der Glauben der Bevölkerung, dass Veränderung nicht möglich ist.

Es reicht nicht, stimmige Vorschläge zu präsentieren. Es reicht nicht Programme zu präsentieren, die wissenschaftlich gestützt sind.

Es reicht nicht ein Ideal zu haben, wenn die Bevölkerung nicht glaubt, dass es das Ideal erreichen kann.

1 > 0

Der einzige Weg dieses Vertrauen, diesen Glauben wiederherzustellen ist klein anzufangen.

Es ist zwecklos für NEOS Steuerreformen zu fordern oder ganze Bildungssysteme auf den Kopf zu stellen.

Die Menschen werden nur sehen, dass NEOS daran scheitert es umzusetzen. Was in der öffentlichen Wahrnehmung bleibt sind „naive“ Zwischenrufe, ohne Chance auf Umsetzung.

Wenn NEOS sich aber auf die kleinen Erfolge konzentriert. Egal welche es auch sind und der Bevölkerung anschließend zeigt: „Schau her, wir konnten das verändern. Ein, wenn auch kleiner, Schritt näher in Richtung unseres Ideals.“

Dann wird die Bevölkerung irgendwann wieder Vertrauen finden und NEOS die Stimmkraft verleihen, die sie braucht um die großen Probleme zu lösen.

NEOS darf nicht die Kraft vergeuden alle Probleme sofort zu 100% lösen zu wollen. Aber immer in Auge behalten, dass 1 ist besser als 0 ist.

Dinge tun der Sachen wegen und nicht wegen des Geldes

2014 war ein Seuchenjahr. Alles ging schief. 2015 sollte anders werden. Ich habe die Fehler aus den letzten 365 Tagen gelernt und Änderungen vorgenommen.

Es hat auch gewirkt und es kommt deutlich mehr Geld durch die Tür als früher. Cool.

Doch gleichzeitig merke ich, wie alles an mir zerrt. Sobald das Thema Geld am Horizont auftaucht, falle ich sofort wieder in eine leichte Depression. So wie dieses Wochenende.

Meine Firma kam Ende April finanziell Richtung Null-Punkt. Etwas was ich nie wieder erleben wollte. Doch zum Unterschied zu letztem Jahr – jetzt ist es 100% nur temporär. Tatsache ist, ich weiß, dass ich in den nächsten 40 Tagen mehr Geld haben werde, als in den letzten 1 1/2 Jahren….

Alles dreht sich nur ums Geld.

Durch diesen Blog bin ich gezwungen immer wieder halt zu machen, ein paar Schritte zurück zu gehen, um einen Gesamteindruck zu bekommen.

Un mein Eindruck ist nicht gut. Alles, absolut alles dreht sich im Moment ums Geld und wenn sich alles nur ums Geld dreht, ist es nicht lustig. Man wird zu rational und tut nur noch Dinge, die Geld bringen.

Und wenn ich nur Dinge tue, die einen „Sinn“ haben, brenne ich aus. Das Leben kann nicht nur aus Arbeit bestehen.

Nachsatz: Ich habe nichts gegen Geld. Nur Geld hat keinen Wert für mich. Es ist ein Mittel zum Zweck. In allen Biografien, die ich gelesen habe, egal über welchen Menschen. Niemand hat/hatte Geld, schlicht um es anzuhäufen. Jeder sah es als ein Mittel, ein Werkzeug, um seine Ziele zu erreichen. Geld ist nur ein Konzept, auf das wir uns alle geeinigt haben. Ok, zurück zum Post…

In meinem letzten Post über Selbstverwirklichung sinnierte ich über die Dinge zu finden, die einen mehr geben, als nur Geld. Selbstverwirklichung zu finden ist hart – glaube ich zumindest.

Von einer Tätigkeit so leben zu können, wie man es auch möchte, ist hart. Die wenigsten schaffen es. Das bedeutet aber nicht, dass man diesen Traum gehen lassen muss.

Wir können die Vorteile von selbstverwirklichender (ist das ein Wort?!) Tätigkeit erleben und genießen, ohne es mit Geld zu versauen.

Und der einfachste Weg ist, Dinge zu tun, der Sache wegen und nicht wegen des Geldes.

Was meine ich damit? Jeder von uns braucht etwas, das er tut, ohne Hinblick auf Geld. Ein Hobby, eine Passion, eine Idee.

Wichtig ist, dass diese Tätigkeit etwas Schaffendes ist – also nicht nur konsumieren. Netflix ist kein Hobby. Computerspielen halte ich auch nicht für etwas Schaffendes. Wenn man das Spielen, als Youtube-Channel aufbaut bzw. über Twitch vielleicht schon.

Egal was, du selbst sollst ein Ergebnis sehen. Malen, schreiben, sticken, Musik, usw. egal was. UND es ist wichtig, dass du es tust, nicht obwohl sondern genau weil du kein Geld damit verdienst.

Sport zu betreiben, weil man fit sein will, ist auch keine geeignete „Sache“. Die Tätigkeit an sich muss für dich sinnstiftend sein.

Sinnlose Aktivitäten, geben Energie für sinnvolle Aktivitäten

Das Leben sollte sich nicht nur ums Geld verdienen drehen, aber wenn du nichts in deinem Leben hast, als Geld zu verdienen, dann wirst du nichts von deinem Leben haben.

Ich schreibe diese Zeilen weniger um dich zu belehren, sondern um mich selbst zu erinnern. Mein Leben darf sich nicht nur ums Geld drehen, weil sobald Geld „knapp“ wird, bricht mein ganzen Leben zusammen und DAS darf nicht sein.

Ich brauche (wieder) etwas, dass mir Energie gibt, auch dann weiterzumachen, wenn ich nicht mehr will. Etwas auf das ich mich freuen kann, wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme.

 

 

 

Selbstverwirklichung

Ich schreibe diesen Post nun zum 3ten Mal und bin mir nicht sicher, ob diese Version tatsächlich veröffentlicht wird.

Dieser Post beschreibt ein wichtiges Thema für mich Selbsterfüllung. Gleich vorweg. Dieses Problem ist ein 1-Welt-Problem. Ich fürchte nicht um meine persönliche Sicherheit, ich habe ein Haus, ich habe jeden Tag (zu viel) zu essen, habe eine tolle/schöne Frau und einen gesunden Sohn.

Es geht mir gut.

Mein Business ist angelaufen und ich verdiene genug Geld, um mir die Dinge, die ich brauche, kaufen zu können. Klar, mehr geht immer.

Auf der Maslow-Pyramide bin ich auf der Spitze angekommen oder auch nicht ganz. Der letzte Step, die letzten 10% fehlen mir – die Selbstverwirklichung.

Du musst verstehen…allein die Tatsache, dass ich mir die Zeit nehme über das zu schreiben ist doch hirnverbrannt. „Der Typ hat doch eh alles und beschwert sich trotzdem…“ Genau diesen Gedanken habe ich jeden Tag und trotzdem…

Ist das was ich mache, das „Richtige“? Kann ich mich mit meiner Arbeit selbst verwirklichen?

Ich weiß es nicht. Alles was ich mache, ist digital. Jeden Cent meines Einkommens besteht in Wahrheit aus Nullen und Einsen. Nichts Echtes.

Ich frage mich, ob ich nicht etwas machen sollte, dass mehr ist. Etwas Nachhaltiges.

In einer vorherigen Version dieses Post habe ich angefangen zu schreiben, dass ich ein Fan bin von Casey Neistat. Google ihn und schau dir seine Videos an.

Ich bin begeistert von dem Typen. Er macht tolle Videos, was mich aber mehr begeistert ist seine Art. Kompromisslos, trotzdem offen und freundlich zu Menschen. Zumindest scheint es so.

Seit kurzen setzt er auf Vlogs. Diese „Kurzfilme“ sind geil anzusehen. Insbesondere deswegen, weil er in jedem Video Dinge sagt bzw. seine Gedanken durch seine Art und Weise vorlebt, die einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

In einem letzten Video hat er einen Film zitiert. Was ist Glück, wie findet man Selbstverwirklichung?

Glück findet man indem das eine findet, was man liebt und es dann sein restliches Leben macht.

..frei übersetzt.

Und klar ich frage mich: Ist Online das eine für mich? 

Soll ich auch Videos machen und meine Geschichten erzählen? Ich, der noch nie Filme gemacht hat. Lächerlich, oder doch nicht?

Bin ich nur zum Filmemachen hingezogen, weil ich es genieße solche Filmchen anzusehen? Bin ich nur beeindruckt von Casey, weil er offenbar das eine für sich gefunden hat?  Glaube ich, dass wenn ich das gleiche mache, dass auch ich meine Selbstverwirklichung finden werde?

Wie gesagt. 1-Welt-Probleme.

Kleiner Nebensatz. Ich glaube, dass sehr viele Menschen an diesem Problem zerbrechen in unserer Gesellschaft. Wir müssen uns in der Regel alle keine Sorgen machen vor einem kalten Winter oder leeren Mägen. Wir scheitern an der Frage wo ist mein Platz in der Gesellschaft. Was ist meine Aufgabe?

ODER wir hassen unser Leben, weil unsere Tätigkeiten keinen Wert für einen selbst haben. Man macht es nur für das Geld. Man arbeitet, damit man sich am Wochenende mit Alkohol usw. aus dem Leben schießen kann. Scheiße.

Selbstverwirklichung ist sicher ein 1-Welt-Problem. Allerdings ein Problem, dass wahrscheinlich Millionen ihr (qualitatives) Leben kostet.

Also zurück zur Frage, sollte ich etwas machen wie Casey? Sollte ich auch Videos machen und womöglich meine Selbstverwirklichung finden?

Keine Ahnung. Aber eines ist sicher. Solange ich es nicht zumindest versuche, werde ich es nie wissen. Ich werde immer nur überlegen. Vielleicht, womöglich, es könnte sein.

ENDE.